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FIA European Truck Racing Championship 2016

race 08>>> JARAMA

Rennstrecke: Streckenname: Circuito del Jarama

Steckenlänge: 3850 m

Rekord: 1:58.065 Norbert Kiss/MAN (2015)

Abgedriftet

Man hatte es vorher geahnt und spätestens am Sonntag gesehen: Dass Antonio Albacete in diesem Jahr kein Budget für einen Start in der EM finden konnte, drückte auch die Besucherzahlen beim Rennen auf dem Circuito del Jarama ein wenig nach unten. Knapp 30.000 Truckrace- oder Motorsportfans wollten die Rennen sehen. Allerdings sorgten die Motorsägenfreaks auf der Haupttribüne trotz allem für einen ansehnlichen Lärmpegel, und die Stimmung war ebenso wie das Wetter rundum gut. albacete war übrigens als Gast das ganze Wochenende auf dem Circuito und überreichte Jochen Hahn vor der letzten Siegerehrung ein spezielles Präsent. 

Auf der Rennstrecke ging es zum vorletzten Mal in diesem Jahr um EM-Punkte und angesichts der knappen Abstände zwischen einigen Protagonisten ging es erstaunlich diszipliniert zu. Den einzigen Rennabbruch provozierte im letzten Championshiprace einer der spanischen Extremdrifter, der mit seinem Iveco-Hauber an ungünstiger Stelle ins Kiesbett abgetaucht war. Vor allem die beiden Spitzenreiter leisteten sich keine vergleichbaren Ausrutscher, sie spulten ihr Programm mit äußerster Präzision ab, teilten sich die 
Pole Positions und die Punkte: Sowohl Jochen Hahn als auch Adam Lacko kamen in Jarama auf 52 Zähler. Damit blieb es beim komfortablen 35-Punkte Vorsprung für Jochen Hahn. Der dreimalige Europameister hat folglich die große Chance, beim Finale in Le Mans seinen vierten Titel zu gewinnen. Lacko kann das Blatt aus eigener Kraft kaum drehen, er muss auf einen Ausfall des Konkurrenten spekulieren. 

René Reinert schien nach der Sommerpause einen kleinen Hänger zu haben und ließ das Rennen in Budapest aufgrund von Verpflichtungen in seinem Unternehmen aus. Inzwischen vermittelt der Lausitzer den Eindruck, dass ihm die Rennwochenende viel Spaß machen - und ob der Spaß durch die jüngsten Erfolge bedingt ist oder ob sich die Erfolge einstellten, weil er Spaß am Rennen fahren hatte, ist letztlich egal. In Jarama stand der Transportunternehmer dreimal auf dem Treppchen, einmal vertrat Steffi Halm die Farben des blauen Teams. Reinert hat beste Aussichten die Saison als Drittplatzierter in der Gesamtwertung abzuschließen, wenn er in Le Mans ein ebenso gutes Wochenende erwischt wie in Jarama. Auf dem vierten Platz rangiert derzeit Steffi Halm, die ihrem Teamchef die Party kaum vermasseln wird, und Norbert Kiss als Fünfter müsste beim Finale schon ein Ausnahmewochenende hinlegen, um Reinert/Halm noch zu übertrumpfen. Aaber vielleicht verleiht der Auftritt in der Heimat auch Anthony Janiec noch einmal Flügel, der nur wenige Punkte hinter Kiss auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung lauert und in Jarama auch viel Spaß hatte - vor allem nach dem vierten Championshiprace, das der Franzose souverän gewann. 

 

 

 

 

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