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FIA European Truck Racing Championship 2016

race 03>>> NOGARO

Rennstrecke: Circuit Paul Armagnac Nogaro

Steckenlänge: 3636 m

Rekord: 1:53.405 - Jochen Hahn/MAN (2009)

Ausged√ľnnt

Auffällig dünn war in diesem Jahr das Starterfeld in de  dritten Runde der FIA Truckracing-EM in Nogaro. Gerade einmal elf Konkurrenten hatte sich auf den Weg nach Nogaro gemacht, zudem fehlten etlich bekannte Gesichter aus den Teams, die üblicherweise bei jedem EM-Lauf mit dabei sind. Jan Kalivoda, der Teamchef von Buggyra, war bei der jüngsten Auflage des Rennens im südwestfranzösischen Armagnac ebensowenig dabei wie Markus Bauer, der Teamchef von Tankpool24 und damit auch von Norbert Kiss, dem Fahrer mit der Startnummer 1. Man kann Bauer nur zurufen: Da hast du was versäumt. 

Denn am Samstag sorgte der zweifache Europameister für den Kracher des Tages. Schon nach der Superpole gab es bei den Konkurrenten verblüffte Gesichter - ausgerechnet Mercedes-Fahrer Kiss, der seit Saisonbeginn im bislang chancenlosesten Team arbeitet (wenn man die aufopferungsvoll arbeitenden Hobby-Fahrer wie Erwin Kleinnagelvoort oder Eduardo Rodrigues einmal außer acht lässt), markierte die schnellste Rundenzeit. Und im Rennen bestätigte der ehrgeizige und talentierte Ungar diese Leistung, er gewann das erste Championshiprennen dieses Wochenendes in beeindruckender Manier. Was ja generell kein einfacher Job ist angesichts der Leistungsdichte. Aber in Nogaro kommt erschwerend hinzu, dass auf diesem Kurs die Pole Position aufgrund der Streckenführung keinen eindeutigen Vorteil mit sich bringt. Was beispielsweise am folgenden Tag Adam Lacko zu spüren bekam, der sich nach dem ersten Kurvengeschlängel an zweiter Position hinter Jochen Hahn wieder fand. Die beiden Topfahrer hatten damit die Plätze aus der Superpole getauscht. Kiss jedenfalls freute sich über den Erfolg und machte zugleich deutlich, dass mit ihm schon in dieser Saison zu rechnen sein wird. Dass die eigene Einschätzung, man stehe vor allem motormäßig noch vor einer langen Entwicklungsphase, nicht untertrieben ist, zeigte sich dann am Sonntag. Da endete der Arbeitstag von Kiss schon ungeplant früh. Im Qualifying schaffte der Ungar gerade einmal eine halbe Runde, dann fuhr er im Kriechgang zurück in die Pit Lane. Offenbar ließ sich das technische Problem nicht auf die Schnelle beheben, denn die Tankpool-Mannschaft - eigentlich war es nur das halbe Team, Andre Kursim trat in Nogaro nicht an – begann nach dem Malheur, die Zelte abzubrechen.

Den zweiten Sieg des Tages verdiente sich der Lausitzer Transportunternehmer Renè Reinert, der in diesem Jahr einen deutlichen Sprung nach Vorne gemacht hat. Reinert musste vor dem Sprung auf die oberste Podest des Siegertreppchens eine makellose Leistung abliefern, denn er hatte über den Großteil der Distanz Jochen Hahn am Heck kleben. Der baut bekanntlich den Truck von Reinert und fährt mit dem Lausitzer im Team, verzichtete also erwartungsgemäß darauf seinen besten Kunden übertrieben hart zu attackieren. Andererseits ist ein dreifacher Europameister, der an die alten Triumphe anknüpfen will, sicher ausgebufft genug, um auch den kleinsten Fehler auszunutzen. 

Am Sonntag teilten sich in Abwesenheit von Dduo aus der vierten Startreihe nach vorne, nach zwölf Runden überquerte Lacko vor Hahn den Zielstrich. Die Reihenfolge der nachfolgenden Fahrer wurdeeine Stunde nach dem Rennen ordentlich durcheinandergewürfelt. Denn der Portugiese Eduardo Rodrigues, der aufgrund des Starts mit reverse grid als Achter des ersten Laufs die Pole Position inne hatte, war die Einführungsrunde einen Tick zu schnell angegangen und hatte einen ganzen Pulk von Kollegen "mitgezogen". Schon auf dem Podium stand anstatt des Laufdritten Anthony Janiec die erneut stark fahrende Steffi Halm - doch die musste später den Pokal an den jungen Tschechen Jiri Forman weiterreichen, nachdem sie ebenso wie fünf andere Konkurrenten mit einer 30-Sekunden-Strafe belegt worden war. 

 

 

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